Überflüssiger als der Flughafen BER, umstrittener als Stuttgart S 21: Das Berliner Schloss mit dem Humboldtforum! Wir sind eine Initiative gegen das Stadtschloss Berlin und fordern ein Moratorium.

Gegen den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses

Der „Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses“ wurde im Deutschen Bundestag mit den Stimmen der Fraktionen SPD, CDU/CSU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP gegen die Stimmen der Fraktion der PDS angenommen im Juni 2002.

Die Entscheidung des Deutschen Bundestags muss dringend überprüft werden.

Bis zum Abschluss dieser Prüfung fordern wir, dass ein Moratorium für alle Planungen und Vergaben ausgesprochen wird und dass der Bund wie das Land Berlin alle Aktivitäten dazu einstellen.

Warum?  

Beschlossen unter Zugzwang: Der Bundstag und seine Gremien haben die Entscheidung zur Rekonstruktion des Berliner Stadtschlosses im Jahr 2002 getroffen, um den bereits begonnenen Abriss eines Repräsentationsgebäudes der DDR nachträglich zu rechtfertigen. Da dieses Bauwerk, der Palast der Republik, inzwischen vollständig beseitigt wurde, muss es im zeitlichen Abstand von zehn Jahren möglich sein, eine rationale Bewertung und gegebenenfalls auch eine Korrektur der damaligen Entscheidung zu fordern!

Beschlossen ohne Autorisierung: Die von Mitgliedern des Bundestages aufgestellte Behauptung, dass der „Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses“ ein wichtiges nationales Vorhaben ist, wurde bisher nicht durch eine repräsentative Befragung des Souveräns bestätigt.

Beschlossen ohne Rückhalt: Die Sammlung von Spenden ist bisher weit hinter den Zielen zurückgeblieben.

Beschlossen ohne Weitblick: Die Entscheidung des Bundestages im Jahr 2002 beruhte auf falschen Kostenannahmen, die tatsächlichen Kosten werden höher sein.

Beschlossen ohne Konzept: Die geplanten Nutzungen sind nicht geeignet, diesen besonderen politischen Ort angemessen zu füllen.

 

Wir fordern ein Moratorium, das die Aktivitäten des Landes Berlin und des Bundes gleichermassen betreffen soll!

Alle Verträge, Planungen und Kalkulationen müssen umgehend offengelegt werden, damit alle  Kostenrisiken transparent werden. Bis das geschehen ist und eine unvoreingenommene, unparteiische Wertung vorgenommen werden kann, dürfen keine weiteren Fakten geschaffen werden.

Zu der geforderten Offenlegung gehört auch die Transparenz der Spendensammlung, sowohl die Höhe wie auch die Herkunft aller Spenden muss öffentlich einzusehen sein!

Weiterhin soll der Bauherr erklären, warum und in welcher Höhe Steuermittel oder Fördermittel eingesetzt werden sollen!

Ein großer Teil der Spenden wurde unter Vorspiegelung falscher Tatsachen eingesammelt. Das Berliner Schloss wird nicht rekonstruiert. Gegen den Wortlaut des Bundestagsbeschluss wird ein Neubau geplant!

Wir sind sehr besorgt durch den bisherigen Verlauf des Vorhabens und wollen weiteren Schaden für die öffentlichen Haushalte und für die Glaubwürdigkeit des öffentlichen Bauherrn abwenden! 

 

Hier der Link zur  Drucksache 14/9660 vom 02. Juli 2002

 

4 Kommentare

  1. 1

    Also der Herr Trittin hat am 30.01.2013 beim Kulturempfang der Grünen gesagt: „Was erst mal weg ist, kommt nie wieder.“
    Beim Stadtschloss ist das nun offenbar anders.
    Wenn es also nun ein Disneyland-Mitte geben wird, wir also so einen Nachbau oder ein der Historie nachempfundenes Bauwerk uns leisten, würde ich vorschlagen, dass wir uns angesichts der Haushaltslage und der zunehmenden Soziallasten uns steuerzahlerfreundlich umorientieren und uns mit dem Vorhaben eines Keltengrabs begnügen. Das war vor dem Stadtschloss da und dafür genügen zwei Steine hoch und ein Stein quer. Das ist billiger, und Coca-Cola und Postkarten kann man da auch verkaufen.
    Wieso eigentlich so ein wilheminisches Schloss? Das ist doch total vermufft, als ob es zwischen jenem und dem Keltengrab nicht noch andere Dinge dort gegeben hätte. Offenbar denken Einfaltspinsel nicht weit, nicht einmal zurück.

  2. 2

    Habt ihr keine anderen Sorgen als die Verhinderung von Bauinvestitionen im öffentlichen Raum? Irgendwie geht es uns zu gut, jetzt muss nur noch der Herr Däke vom Steuerzahlerbund um die Ecke schauen. Sparen und vertagen, so geht es in unserem Lande. Während dessen kloppt China ganze Industrielandschaften aus dem Nichts. Bei so niedrigen Zinsen dank Eurokrise sollten wir meiner Ansicht nach noch viel mehr bauen, und das zügig.

    • Liebe Lotta,
      doch, wir haben auch noch weitere Sorgen, gerade aktuell in Berlin z.B. die Fertigstellung des Flughafens Berlin-Brandenburg.

      Warum bezeichnest Du das Schloss als Investition? Es zahlt sich nicht aus, die Baukosten für das Schloss werden sich nicht „rentieren“, das Geld kommt nämlich nicht „zurück“. Beim Flughafen ist es angeblich anders, das investierte und noch weiter zu investierende Geld soll durch Landegebühren, Mieten etc. wieder verdient werden.

      Der Kapitaldienst und die Betriebskosten werden den öffentlichen Haushalten aufgezwungen, auch das Event-Management wird wohl mehr kosten als einbringen. Oder wirst Du ein kostendeckendes Jahresticket für die ethnologische Sammlung im Schloss bezahlen?
      Verein und Bundesstiftung sammeln noch Spenden, nur zu!

      Für die Zukunftssicherung könnte das Schlossbudget in vielen anderen öffentlichen Vorhaben sinnvoller und „rentabler angelegt werden!

      Liebe Grüße
      Ernst Wolf

  3. 3

    Hallo, das hier ist ein Kommentar.
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